Microsoft Wired Keyboard 500
Ein Erfahrungsbericht über die Microsoft-Tastatur, die aufgrund der leicht modifizierten Tastenanordnung etwas tückisch zu bedienen ist.
Kategorie: Artikel, Hardware – Samstag, 4. November 2006, 17:50
Lange Zeit war ich stolzer Besitzer einer Funktastatur von Logitech und konnte potenziell die Freiheit genießen, mit dieser Tastatur mal eben durchs Zimmer zu laufen oder mich vor den Fernseher zu setzen. Ja, das war schon toll. Aber jetzt mal ehrlich: Wo sollte ich denn sonst mit meiner Tastatur hin als vor den Bildschirm? Am Fernseher kann man doch eh keinen Text mehr erkennen. Seit ich nun eine DVB-S-Karte mit eigener IR-Fernbedienung hab, kann ich Videos am Fernseher schon viel einfacher steuern. Es gab keine Anzeige für NumLock, CapsLock usw. Das Batterien Wechseln war auch nicht immer angenehm, grade weil ich keine verwendbare Akku-Anzeige hatte und gerade bei fast leerem Akku auch gerne mal einzelne Tastenanschläge verloren gingen oder der Empfänger nicht bemerkte, dass ich eine Taste bereits losgelassen habe. Dann ist die Tastatur nicht HF-einstrahlfest gewesen (was bei einer handelsüblichen 750W-Amateurfunk-Anlage auf dem Dach direkt über mir problematisch werden kann). Dass ich die Tastatur beim Schreibtisch Putzen einfach woanders hinlegen konnte, war dann auch schon alles. Letztendlich waren die Tasten aber schon so ausgeleihert und das ganze Trum so alt, dass selbst das Berühren der Tasten lautes Knarzen verursachte. Das Weiß (oder Beige) war stellenweise durch Abnutzung und Sonneneinstrahlung recht dunkel geworden... Kurz: Eine neue Tastatur musste her.
Leise sollte sie sein. Mit Kabel. Wenn’s geht auch etwas kompakter, und mit ein paar Multimediatasten. Einmal durch den Saturn spaziert hab ich dann das Microsoft Wired Keyboard 500 gefunden. Schön flach (24mm über dem Tisch, vorne wie hinten, was sie leicht nach hinten geneigt erscheinen lässt) und relativ leise, auch wenn Logitech es teilweise besser gemacht hat. Was aber bei den meisten aktuellen Tastaturen der Trend zu sein scheint, ist die jeweils eigene Anordnung der Tasten. Am offensichtlichsten ist das am Sechserblock zu erkennen, den Tasten ‹Pos1›, ‹Ende›, ‹Einfg›, ‹Bild↑› usw. Früher waren sie in drei Spalten und zwei Reihen angeordnet. Wohl um Platz zu sparen findet man sie bei Microsoft in zwei Spalten und drei Reihen. Die Tasten ‹Pos1› und ‹Ende› sind dabei nebeneinander in der ersten Reihe zu finden. ‹Esc› und die Funktionstasten (‹F1› bis ‹F12›) sind etwas kleiner, die vier Pfeiltasten sind etwas nach unten und eine Spalte nach links verschoben. Dass die rechte ‹Windows›-Taste fehlt, hab ich gar erst nach ein paar Tagen bemerkt, als ich sie nicht gefunden habe. Noch weiter geht Logitech: Bei deren Modellen ist der Sechserblock zudem um die ‹Einfg›-Taste beraubt worden, wodurch man die ‹Entf›-Taste doppelt so hoch gestalten konnte. Für häufige Zwischenablagen-Nutzer ist das äußerst ungeeignet, die Tastenbelegung von PC-Spielen kenne ich dagegen nicht. Ob ich mit dieser anderen Tastenanordnung zurecht kommen würde, wusste ich vorher nicht. Aber bei nur 11,90€ war das Risiko überschaubar.

So sieht das auf meinem Schreibtisch bei unprofessioneller Beleuchtung aus.
Microsoft Japan hat auch eine hochauflösende Detailansicht.
In der Praxis muss der Benutzer dann seine Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen. Nachdem ich nach der ersten Benutzung zuverlässig die falschen Tasten erwischt habe, musste ich eine Weile lang gezielt vor jeder Benutzung des Sechserblocks und der Pfeiltasten nachdenken, wo die gewünschte Taste jetzt zu finden ist. Erstaunlicherweise hat das bereits nach ein, zwei Tagen gut funktioniert, ich konnte jetzt nahezu flüssig mit der neuen Tastatur arbeiten. Interessanterweise habe ich mir dabei auch angewöhnt, statt ‹Strg›+‹Einfg› z.B. ‹Strg›+‹C› zu verwenden, um etwas in die Zwischenablage zu kopieren, usw. Das klappt blind aber wesentlich schlechter als vorher. Mittlerweile gewöhne ich mich auch wieder mehr an mein altes Verhalten, das im Allgemeinen kompatibler zu Anwendungen ist (nicht alle implementieren ‹Strg›+‹C›, ‹Strg›+‹Einfg› ist dagegen eine Windows-Funktionalität). Blöd war allerdings, dass ich mich so sehr an die vertikale Tastenanordnung gewöhnt hatte, dass ich in der Arbeit (an einer konventionellen Tastatur) dann ständig die falschen Tasten gedrückt habe... Nach einer Weile kommt es zwar immer noch zu Fehlern, aber zwischenzeitlich hab ich das ganz gut im Griff. V.a. erwische ich statt ‹Strg›+‹Einfg› (in Zwischenablage kopieren) oft mal ‹Strg›+‹Pos1› (zum Dokumentanfang springen). Ähnliche Erfahrungen habe ich aber schon zwischen der Uni (US-Layout) und sonstwo (DE-Layout) gemacht, gerade was die ganzen Sonderzeichen angeht. Daheim oder an meinem Notebook sieht mein Kennwort irgendwie ganz anders aus als an den Uni-Rechnern.
Mit der Zeit lernt man aber auch, sich mit diesen Unterschieden zu arrangieren. Ich habe die Tastatur jetzt seit etwa drei Wochen im Einsatz und komme doch eigentlich ganz gut damit zurecht. Nur zwei der Multimedia-Tasten habe ich mir umbelegt. Was nützt mir eine Media Select-Taste und eine, die den Arbeitsplatz öffnet – stattdessen wähle ich damit jetzt den vorherigen bzw. nächsten Titel im Musik-Player meiner Wahl aus. Diese Funktionsänderung der Tasten kann man mit RemapKeyboard, das eine Windows-Funktion für diesen Zweck nutzt, ganz schnell erledigen.
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