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Computer stillgelegt – Festplattendämmung

Kategorie: Artikel, Hardware – Montag, 19. März 2007, 21:55

Ganz recht, ich habe meinen Computer jetzt „stillgelegt“. Nein, nicht eingemottet! Ich höre ihn jetzt nur kaum noch. Nach dem Beginn einer Reihe von Operationen im Inneren meines Rechners habe ich nun das erste Zwischenziel erreicht. Dabei war ein Faktor ganz entscheidend: Die Geräuschdämmung und mechanische Entkopplung der Festplatte.

Vorne unten im PC-Gehäuse ist ja bekanntlich ein sehr guter Aufbewahrungsort für Festplatten, die im Betrieb sind. Unten ist es kühl und vorne strömt frische Luft ins Gehäuse ein. Wie praktisch, dass in meinem PC-Gehäuse genau dort auch einen Festplattenkäfig montiert ist. Seit ich das Gehäuse habe, werkelten dort meist zwei Festplatten in angenehmer Atmosphäre von sich hin. Doch die Sache hat zwei entscheidende Nachteile: Die Festplatten sind dort fest mit dem Käfig und dadurch mit dem Gehäuse verschraubt, wodurch deren Vibrationen sehr gut auf das Gehäuse übertragen werden können. Die großen Seitenteile der leichten Alu-Schale wirken wie Klangkörper und bringen das Brummen auch nach außen hin wirkungsvoll zur Geltung. In meinen Ohren wichtiger ist jedoch das Laufgeräusch der Festplatten selbst. Moderne Platten drehen mit 7.200 U/min und verursachen deutlich wahrnehmbare Geräusche, die auch in einiger Entfernung noch tief ins Ohr eindringen. An Schlafen ist im selben Zimmer kaum zu denken. Für eine Schallisolierung der Festplatte ist aber i.d.R. ein 5¼-Zoll-Schacht im Gehäuse nötig, der eben weiter oben liegt, wo es wieder wärmer ist.

Screenshot Vollansicht des Gehäuses, das schwarze Quiet Drive liegt vorne unten
Screenshot Detailansicht der Schaumstofflagerung, über der Plattenkäfighalterung und dem PC-Lautsprecher

Also musste der Plattenkäfig komplett raus, mit ihm war es nicht leise zu bekommen. Stattdessen habe ich mich dazu entschlossen, statt zwei nur noch eine (größere) Festplatte zu verwenden und die gut zu isolieren. In einschlägigen Web-Foren gibt es Bauanleitungen für sog. Bitumenboxen, bei denen die Festplatte in einem ausgehöhlten CD-Laufwerk in schallisolierende und wärmeleitende Bitumenmatten eingebettet wird. Der geschätzte finanzielle Materialaufwand deckt sich aber mit dem für ein fertiges Modell vom Band und die zu erwartende Qualität liegt bei einem ersten Versuch sicher nicht darüber. So kam mit der neuen Festplatte auch gleich ein Quiet Drive aus dem Hause Scythe in den Kasten (gibt’s für grade mal 30 € im Fachhandel). Das ist zwar mit einer Gummimontierung zur Befestigung in einem 5¼-Zoll-Schacht ausgestattet, allerdings hat man mir von der Verwendung bereits im Vorfeld abgeraten, da die nicht ausreichend entkoppeln würde. Die Festplatte in das Gehäuse einzusetzen ging sehr einfach: Platte rein, Deckel drauf, zuschrauben.

Und so liegt das schicke schwarze Metallgehäuse jetzt auf kleinen zurechtgeschnittenen Schaumstoffstücken auf dem Boden des PC-Inneren und ist nur durch die beiden dünnen Kabel mit der Außenwelt verbunden. Die Dämmwirkung ist schon erstaunlich. Was vorher noch laut durch den Raum gepfiffen hat, ist nun nur noch aus nächster Nähe zu erahnen. Ebenso die Zugriffsgeräusche: Vorher blubberte es noch munter, trotz aktiviertem Acoustic Management, jetzt ist nur noch ein leises Klackern zu vernehmen. Diese Investition hat sich wirklich gelohnt.

Teil des Gesamtkonzepts

Kurz zuvor habe ich bereits das PC-Netzteil ausgetauscht. Das bereits relativ leise Chill-400-W-Netzteil (das seinerzeit bereits ein Verax-Netzteil ersetzte, das dann aber doch nicht soo leise war) musste einem lüfterlosen Amacrox-Netzteil mit 300 W Platz machen. Ein Lüfter ist nun nicht mehr zu hören, dafür pfeift das Netzteil bei mittlerer und besonders bei hoher CPU-Belastung etwas. Naja, das nächste Modell bleibt vielleicht ganz still.

Die einzigen verbleibenden Krachmacher im Computer sind damit die beiden Lüfter, die dort seit Beginn Luft schaufeln. Mit dem Software-Tool SpeedFan lässt sich deren Drehzahl zwar auf ein Minimum reduzieren und nur bei Bedarf erhöhen, aber etwas hört man von ihnen immer noch. Ich habe den Eindruck, auch hier könnte eine Entkopplung nicht schaden, denn ohne Gehäusewand brummt (vibriert) der Rechner gleich wieder weniger. Hier sollen später ein passiver CPU-Kühler und ein einziger, entkoppelter, großer 120-mm-Lüfter im Gehäuse für Abhilfe sorgen, für letzteren ist in diesem Gehäuse aber kein Platz. Und mit dem CPU-Kühler will ich noch auf sparsamere 65-nm-CPUs von AMD und damit einen Wechsel auf AM2 warten.

Schattenseite des Paradieses

Jetzt, da ich den Computer kaum noch höre, fallen mir allerdings andere Geräusche auf. Neben der Heizungspumpe oder gar dem lauten Verbrennungsgeräusch im Schornstein gleich vor meiner Zimmertür ist das vor allem auch das Netzbrummen und Rauschen in den Lautsprechern. Das machen meine Stereoanlage und die dazugeschalteten 2.1-Aktivlautsprecher aber auch ganz alleine, ohne das lange Kabel zum PC. Hier etwas zu verbessern dürfte dann allerdings richtig ins Geld gehen. Das Pfeifen des TFT-Monitors im „ausgeschalteten“ Zustand wird ein einfacher Netzschalter beheben, den ich in ein Stromkabel einbauen werde. Dass die Hersteller bei einem Gerät, das für mehrere hundert Euro verkauft wird, unbedingt an den paar Cent sparen müssen.

Insgesamt bin ich aber schon zufrieden mit dem derzeit erreichten, es ist bereits deutlich angenehmer hier drin und jetzt kann ich den PC auch nachts Fernsehsendungen aufzeichnen lassen, ohne dass mich die Platten immer wieder aufwecken.

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